2012/12/23

Adventskalender - 4. Advent

Unser Weihnachtsgruß 2012

Oft kann man schon an den Türen und Fenstern ablesen,
ob man in einem Haus willkommen ist oder nicht.

Martin Buber erzählt in seinen „Geschichten der Chassidim“ folgende Begebenheit:
Wo wohnt Gott? Mit dieser Frage überraschte Rabbi Menachem Mendel von Kozk einige gelehrte Männer, die bei ihm zu Gast waren. Sie lachten über ihn: „Wie redet Ihr! Ist doch die Welt seiner Herrlichkeit voll!“ Er aber beantwortete die eigene Frage:
„Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“
Wir grüßen Sie alle zum Christfest. Wir wünschen Ihnen, dass die Freude, „die allem Volk widerfahren wird“ (Lukas 2:10) an Ihnen nicht vorübergeht. Möge sie Herz und Sinne öffnen, füreinander und für Gott, der unter uns wohnen will. Damit wir lernen, als Menschen in Frieden miteinander zu leben.
Gottes Segen für ein friedliches neues Jahr 2013.
Claudia und Thomas

2012/12/22

Adventskalender - 22. Dezember

Mehr Licht!

Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das lautet ungefähr so:
Ich kann nicht verhindern, dass die Sonne scheint.
Aber ich kann dafür sorgen, dass mein Nachbar im Schatten sitzt.
In Deutschland ist mir dieser Spruch öfters unter der Rubrik Bosheiten begegnet. Und natürlich, dort wo der Himmel oft grau und verregnet ist, da kann man das nicht anders verstehen. Wer aber einmal in Afrika war und die sengende Kraft der Sonne kennengelernt hat, der wird den Sinn dieser Worte besser verstehen. Hier ist es geradezu ein Liebesdienst, wenn ich dafür sorge, dass mein Nachbar im Schatten sitzen kann.

Ähnlich verhält es sich auch mit Weihnachten: Licht leuchtet in der Finsternis. Wie passend lässt sich doch diese Botschaft in den dunkelsten Wochen des Jahres mit Kerzen, Schwibbögen und illuminierten Weihnachtsbäumen illustrieren!

Nur etwa 20km nördlich von Cambine verläuft der südliche Wendekreis. Das heißt: Jetzt in den Tagen um Weihnachten steht die Sonne mittags senkrecht über uns. Es ist hell und heiß, so heiß, dass unserem Lichterengel alle Jahre wieder die Kerze wegschmilzt. Weihnachtlichen Lichterbräuche gibt es deshalb hier nicht.

Dunkelheiten im übertragenen Sinne allerdings gibt es genug. Nur einige Beispiele: Viele unserer Nachbarn in Cambine haben schon seit Monaten kein Gehalt mehr bezahlt bekommen. Bei dem jungen Vorarbeiter auf der Baustelle im Waisenhaus hat man das HI-Virus festgestellt. Einem Kollegen, der gerade Geld vom Konto abgehoben hatte, wurde die Brieftasche gestohlen...

Nein, ich kann nicht verhindern, dass Menschen unter diesen Dunkelheiten zu leiden haben. Aber ich will mich darum mühen, dass das Licht der Welt, das wir zu Weihnachten feiern, auch ihren Augen ein wenig heller werden lässt.

2012/12/20

Adventskalender - 20. Dezember

Ein Gespräch über Bäume

Haben Sie sich schon einen Baum ausgesucht? Nicht zu groß, grade gewachsen, schönes dichtes Geäst, aber auch nicht zu dicht wegen der Kerzen. Nordmanntanne? Zu teuer... Erzgebirgische Fichte, frisch aus dem Wald? Mancher mag das reizvoll finden. Das kann aber noch teurer werden...

Es soll ja Leute geben, die geben dieses Jahr für einen Weihnachtsbaum gar kein Geld mehr aus. Sie sagen: Es lohnt sich nicht mehr. Am 21.12. geht die Welt eh unter. Morgen also. Wieder einmal. Die alten Mayas hätten das so ausgerechnet.

Wie auch immer, ich würde mir trotzdem einen Weihnachtsbaum kaufen! Diesmal aber keine Nordmanntanne, auch keine Kiefer oder Fichte. Und schon gar keinen Baum aus Plastik. Ich würde mir dieses Jahr einen Apfelbaum kaufen, um ihn zu pflanzen. Nein, nicht jetzt, das ginge ja gar nicht. Und hier in Mosambik müsste es auch eher ein Mangobaum sein. Mit dem Pflanzen hätte ich keine Eile. Ich würde mir in Ruhe eine schöne Stelle aussuchen und dort würde ich ihn pflanzen, dann, wenn man Bäume halt pflanzt. Ich könnte ihn ja derweil ein wenig schmücken. Als Hoffnungsträger sozusagen, dass ein neuer Frühling kommt.

Mangobaum in voller Blüte

Ich wünsche Ihnen schon mal frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. Hoffnungshalber, sozusagen. 

2012/12/19

Adventskalender - 19. Dezember

Freiheit für Weihnachtsmuffel!


Ein kleiner Gruß an alle, die - aus welchen Gründen auch immer - ihre Schwierigkeiten mit Weihnachten haben. Weder muss man alles mit sich machen lassen, noch muss man alles mitmachen.

Weihnachten ist auch, was ich daraus mache.

2012/12/18

Adventskalender - 18. Dezember

Mit Frieden gewinnen alle

Das ist das Motto der Friedenslichtaktion 2012 der Christlichen Pfadfinder in Deutschland. Wie seit etlichen Jahren wird in der Geburtsgrotte in Betlehem eine kleine Flamme entzündet und in die Welt getragen, um allen Menschen in der Adventszeit als Zeichen für Frieden und Völkerverständigung zu leuchten. Auf der Website www.friedenslicht.de heißt es dazu:
Wir Pfadfinderinnen und Pfadfinder reichen dazu das Licht in einer Stafette in viele Länder Europas weiter und zeigen dabei, dass es beim Frieden keinen zweiten und dritten Platz, sondern nur Gewinner gibt.
Allen die das Friedenslicht aus Betlehem entgegennehmen, weitertragen und erhalten soll dabei bewusst werden, dass Frieden auf der Welt nicht durch einen Wettkampf oder alleine, sondern nur als gemeinsame Aufgabe erreicht werden kann. Egal welche Nationalität, Kultur und Religion ein Mensch angehört, ob er mit oder ohne Behinderung lebt, jung oder alt – reich oder arm ist oder welche Sprache gesprochen wird, für alle gilt gleichermaßen: Mit Frieden gewinnen alle!
In Zeiten in denen viele Menschen und Staaten nur auf sich selber schauen sowie Geld und Siege wichtiger als Solidarität und Gemeinschaft sind, zeigt das Friedenslicht aus Betlehem, dass es auch anders gehen kann. Gemeinsam kann jede/r dazu beitragen, dass mit Frieden alle gewinnen können.
Das Friedenslicht kommt aus Bethlehem, wo der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern unlösbar zu sein scheint. Die Fronten sind so verhärtet, die Spannung ist so groß, dass die Flamme der Gewalt jeden Tag neu aufflackern kann.
Auch das Friedenslicht trägt eine Flamme weiter, allerdings eine, die zum Ausgleich mahnt. Um Frieden zu schaffen, braucht es Menschen, die bereit sind, Urteile und Vorurteile hinter sich zu lassen und sich auf den gefährlichen Weg zwischen die Fronten zu begeben - in Bethlehem und überall auf der Welt. Auch daran will das Friedenslicht erinnern.

Vielleicht kommt das Friedenlicht ja auch in eure Gegend. Hier findet ihr eine Karte und eine Liste mit Terminen.

2012/12/17

Adventskalender - 17. Dezember


Freigiebig

 

Neulich fand ich in der ZEIT dieses Foto. So sucht man normalerweise einen WG-Platz oder verkauft junge Hunde. Hier verteilt jemand Liebe, freigiebig, kostenlos und wie es scheint ohne Hintergedanken. Natürlich ist das mit einem Papierschnipsel nicht getan. Einen Menschen lieben, das kostet einen höheren Einsatz. Doch die Schnipsel sind ein Symbol, ein schönes, wie ich finde. Sie erinnern mich an das bekannte, Ricarda Huch zugeschriebene Wort:

Liebe ist das einzige Gut,
das sich vermehrt,
wenn wir es verschwenden.

2012/12/16

Adventskalender - 3. Advent

Süßer die Glocken nie klingen

Glocken sind ein sehr interessantes Kulturgut: Kuhglocken und Schlittenglocken, Schiffsglocken und Handglocken. Und natürlich Kirchenglocken. Gerade sie kommen neuerdings immer wieder ins Gerede. In den säkularisierten Städten Europas gibt es immer mehr Menschen, die den Glockenklang gar nicht als süß empfinden, sondern als störenden Lärm. In Israel kam vor Monaten eine Gesetzesinitiative sogar ins Parlament, die zum Ziel hatte, Muezzinrufe und Glockenläuten "aus Umweltschutzgründen", also wegen der Lärmbelästigung, zu verbieten.

In Mosambik sieht und hört man Glocken eher selten. In vielen Dorfgemeinden, wie auch in Cambine, hängt einfach eine ausgediente LKW-Felge im Baum oder ein Stück Stahlschiene. Der Ton, der damit erzeugt wird, ist weithin zu hören. Auch wenn er natürlich nicht die Fülle eines Glockentons hat, so erfüllt er doch seinen Zweck. Er sagt: der Gottesdienst beginnt.

Unsere Glocke in Cambine

Wer sich allerdings näher mit Glocken beschäftigt, wird schnell erfahren, dass sie viel mehr Interessantes aufweisen als nur einen süßen Klang. Was gibt es da nicht alles zu entdecken? Geschichtlich, musikalisch, physikalisch, handwerklich, kulturell - Glocken sind in vielerlei Hinsicht ein interessantes Thema. Es lohnt, sich einmal die Zeit zu nehmen und im Internet zu stöbern. Dazu sind die beiden folgenden Websites ein guter Anfang: