2010/02/15

So also nicht

Gerade jetzt, wo unser erster Reisedienst in Deutschland kurz bevorsteht, stoße ich auf die folgende kleine Geschichte von Mark Twain. So also sollen wir es nicht machen in den Gemeinden, die wir besuchen werden! Hoffentlich wird uns das gelingen.

»Am Sonntag predigte ein Missionar. Er hatte eine herrliche, eindringliche Art zu reden, er beschrieb die Nöte der Eingeborenen und flehte in so rührenden Worten um Hilfe für diese leidenden Menschen, dass ich insgeheim den Betrag, den ich für die Kollekte vorgesehen hatte, von 50 Cent auf einen Dollar erhöhte. Der Missionar fuhr fort und schilderte das herzzerreißende Elend der Notleidenden. Mit meinen Vorsätzen wurden aus dem einen Dollar fünf. Noch einige Sätze – und die Predigt trieb mir das Wasser in die Augen. Ich beschloss, einen Scheck auszuschreiben, da ich nicht genug Bargeld bei mir hatte. Der Prediger war immer noch dabei, zu erzählen, wie schrecklich es die Armen hätten. Ich ließ den Gedanken an einen Scheck. fallen. Er fuhr fort. Ich kam wieder auf fünf Dollar zurück, dann auf vier, drei, zwei, einen Dollar. Er redete und redete und redete. Als schließlich die Kollekte herumging, nahm ich mir zehn Cent heraus.«

(gefunden in: Hans-Dieter Bastian, Kommunikation Themen der Theologie, Kreuz-Verlag Stuttgart 1972)

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